Freunde der offenen Gesellschaft
Eine Million am Yom Haatzmaut
Wer wie wir früher oft auf antideutschen proisraelischen Demos war, dem mußte die sehr viel angenehmere, offenere und vernünftigere Atmosphäre auffallen! Es war eine Atmosphäre, die einfach besser zu Israel paßt. Keine roten Fahnen, sondern hübsch dezente blau-weiße Anstecker als Zeichen der Solidarität. Keine Bilder von brachialen Panzern oder Maschingewehren. (Die einzigen Dinge, die der Durchschnittseuropäer heute mit Israel assoziiert!) Sondern Blumen und gute Musik. Keine dummen, geschichtsblinden Sprüche wie: "Solidarität mit Israel! Nieder mit Deutschland! Her mit dem Kommunismus!" Als wollten die Israelis tatsächlich Deutschland zerstören, wie es ihnen jeder Antisemit unterstellt. Und als hätten nicht gerade die kommunistischen Staaten jahrzehntelang die übelste antizionistische Politik und Hetze betrieben.
Sondern interessante Geschichten darüber, warum es etwa israelischen Forschern zu verdanken sei, daß chinesische Hühner heute zwei Eier täglich legen.
Keine Aufladung des Staates Israel mit linken Revolutionsträumen. (So schrieb etwa die antideutsche ISF Freiburg, Israel sei ein "permanent tagender Wohlfahrtsausschuß". Woraus man schließen müßte, daß Israel mit seinen Feinden verfährt, wie die Jakobiner es mit den Bewohnern der königstreuen Vendee taten. In diesem Bild wäre Ariel Sharon eine zionistische Variante des Tugendterroristen Robespierre. Da würde er sich aber bedanken!)
Nein, es wurde getanzt und gesungen, und es war unwichtig, ob man persönlich eher der Politik des Likud oder der Arbeitspartei zuneigt (was uns insbesondere bei den deutschen Gästen auch herzlich wenig interessiert).
Wir zitieren den hübschen, kleinen Flyer:
"Viele Menschen in Deutschland mögen Israel. Weil sie die Bibel ernst nehmen oder im Kibbutz gearbeitet haben. Weil sie Demokratie und Aufbauleistung in Israel bewundern, den Negev romantisch finden, Freunde in Haifa haben oder Tel Aviv vermissen. Es gibt viele Gründe, an der Seite Israels zu stehen. Der wichtigste heißt: Charakter.
Politik darf nicht durch Petrodollars gekauft werden. Meine Meinung lasse ich nicht durch Medien manipulieren und Tatsachen dürfen nicht durch Terror verbogen werden.
I like Israel hat ein Ziel: Eine Millionen Menschen in Deutschland sollen sich jedes Jahr am Yom Haatzmaut, dem Tag der Staatsgründung, zu Israel bekennen. Als Symbol der Versöhnung, als Manifest politischer Ethik und couragiertes Signal für andere Länder. Mit der kleinen ILI-Flagge bekennen sich die Freunde Israels zu diesem großen Ziel."
Veranstaltungshinweis: Paul Berman
Moderation: Jörg Lau.
Zur Orgasmusfunktion von Anglizismen
möge der Namenlose ihm nach der Auferstehung des Fleisches ein goldenes Mountainbike mit 21 Gängen schenken, hergestellt von japanischen Robotern mit Kündigungsschutz und 35-Stundenwoche.
Herford HBF. Eine Bank.
Ein alter, verlumpter Landstreicher gesellt sich zu mir.
Ich suche etwas Abstand zu seiner Alkoholfahne.
„Hey Junge, du brauchst keinen Schiß zu haben. Ich beiß nicht. Hab nur so’n Down-Syndrom.“
„Down-Syndrom? Das kann nicht stimmen. Down-Syndrom sind die Mongoloiden mit der herzlichen Offenheit und den asiatischen Augen. Sie meinen, sie haben ein Burnout-Syndrom, oder? Viel Streß auf der Straße?“
„Bingo. Down bin ich auch oft. Aber Burnout-Syndrom hab ich gemeint, kennst dich aus. Student halt! Aber Streß hab ich gar nicht so viel. Nur im Winter. Jetzt komm ich wieder zurecht. Ich häng eigentlich gern rum. Für viele isses Scheiße. Aber ich hab mich dran gewöhnt. Das Problem sind die Leute. Die sind oft ätzend und schauen so. Geht sie doch einen Scheißdreck an, was ich so treibe. Ich interessier mich ja auch nicht für ihren Kram. Manche haben Angst vor mir, weil ich sing und so was. In Deutschland haben viele Angst. Das ist mein Problem. Angst ist ansteckend wie die Pest.“
„Sogar vor mir haben manche Angst.“
„Ja, klar. Du bist halt n Faschist für die. Verstehste? Die denken: Der schaut schick aus und ist hell im Kopf, also Faschist.“
„Danke. Aber was hat das mit Faschismus zu tun?“
„Nix. Schwachsinn. Du hast ja nix gegen Juden. Die Leute denken: Der ist ein Spießer. Ein Klugscheißer, der nix schaffen will oder so. Der hat nen großen Kopf, weil er ne große Karre will.“
„Ja, und? Wenn ich groß bin, will ich Spießer werden!“
„Nix. Scheiß drauf. Ich wünsch dir, daß du mal deinen Arsch in nem fetten Benz rumkutschierst. Bist ja auch fit. War ich auch früher! Bis ich plötzlich nicht mehr aufhören konnte zu saufen! Das geht verdammt schnell! Vorher hättest du Respekt gehabt vor mir!“
„Ich habe auch jetzt Respekt vor Ihnen.“
Ich verbeuge mich.
„Ja, weil du Respekt hast vorm Alter. Muß man haben. Hab ich früher als Hippie nicht in die Birne reingekriegt. Antiautoritär war ich. Dabei geht’s um was anderes: Respekt ohne Kriecherei. Hör zu! Keine Kriecherei. Heute hab ich manchmal meinen Allah im Kopf! Der gibt mir Streß. Dann kriech ich manchmal. Aber wenigstens schafft er Ordnung.“
„Naja, wenn man zu alt wird, um hin und wieder etwas sauber zu machen, ist ja nichts dagegen einzuwenden, sich ne Putzhilfe zuzulegen, die mal abstaubt oder die Spinnweben wegsaugt. Aber dein Allah übertreibts vielleicht mit der Ordnung. Lustigerweise gibt’s dann schnell noch mehr Unordnung. Auch im Seelenhaushalt führt die Planwirtschaft zu Chaos und Unterentwicklung. Ohne mich in den innerislamischen Dialog allzu sehr einmischen zu wollen, gestatten Sie mir den Hinweis, daß auch der innere Djihad mit größter Vorsicht zu genießen ist.“
Er lacht.
„Respekt ohne Kriecherei! Na, ich werds ihm ausrichten, dem Allmächtigen. Und sonst schmeiß ich ihn raus.“
Ich singe: „Allah Akbar!“
Er tanzt und dreht sich.
„Was haben Sie denn gemacht, früher?“
„Richtig in Ordnung war mein Hirn nie! Aber früher hab ich das linke Zeug gepaukt. Erich Fromm: Haben oder Sein?“
„Muß man sich da entscheiden? Klingt wie: Geld oder Leben?“
Er zielt mit dem Finger auf mich.
„Peng! Peng! Alles oder Nichts. Und zwar sofort! Nee, man muß sich nicht immer entscheiden. Manchmal im Leben schon. Ein bißchen zumindest. Karriere oder Kinder? Und sowas. Aber sonst erzählt er viel Märchen, der Fromm! Und der Name paßt: fromm ist der wie ein Pfaffe! Und alles war widersprüchlich! Und sollte es auch sein. Dialektisch war alles. Das war so ne Mühle! Nicht Dialekt, es ging ja extrem hochdeutsch zu, sondern: Dia – Leck – Tisch! Dia – Leck – Mich!“
„Ja, das reicht schon! Die Grundidee hab ich verstanden!“
Er lacht laut.
„Alles war dauernd dialektisch. Außer dem Orgasmus. Der war gegen die Repression. Gegen den Staat. „Zur Funktion des Orgasmus“ hat irgendne Feministin mal geschrieben. Dann durften wir.“
„Was durftet ihr?“
„Na, Spaß haben. Rumfummeln. Die Mädels und die Jungs. Sexfront! Wenn’s die Feministinnen schreiben, war’s in Ordnung. Ein bißchen anstrengend und albern. Wir hatten dauernd Streit in der WG, Treue war ja Scheiße. Wenn dann das Glas in der Wut gegen die Wand flog, war das auch wieder patriarchal. Aber Spaß hat’s trotzdem gemacht. Gute Zeiten.“
„Na, erst muß man ja experimentieren dürfen. Irgendwann findet sich schon die Richtige - und dann lernt man die Treue auch schätzen.“
„Ja, ja, mein Engel kam leider nie geflogen. Aber hey, bist auch ne Zecke, oder?“
„Nö, die Neurose hab ich erfolgreich verdrängt. Gerade hatte ich mein coming out als rechtslinksgedrehter Liberaler und agnostischer Christ!“
„Fühlst dich noch nicht ganz zu Hause im neuen Heim, wie?“
„Nur so halb, ist zwar geräumiger und luxuriöser, aber die Architektur ist viel komplizierter. Die Grundmauern stehen, aber am Dach wird noch gebaut. Und die Alarmanlage funktioniert nicht immer! Außerdem ist es erstmal ein bißchen kälter. Aber wenn die Elektroheizung erstmal installiert ist, wird’s hoffentlich noch gemütlicher als bei der alten Ofenheizung.“
„Na, Prost. Ich komm zum Richtfest. Die herrschenden Gedanken sind die Gedanken der Herrschenden. Das wird schon!“
„Ich hoff’s. Diagnose meiner momentanen politischen Grundverfaßtheit: alternierende manische und depressive Episoden. Therapieziel: Aufbrechen verkrusteter Über-Ich Strukturen. Stärkung der Realitätsprüfung.“
„Oh, ein langer, steiniger Weg. Ich werd für dich beten. Aber das wird schon, sag ich! Ausdrücken kannste dich ja schon. Wie alt biste jetzt, knapp 30, oder? Da fängt man erst richtig an zu raffen, wie die Menschen ticken! Tut erst einmal weh. Dann ist es aber auch geil irgendwie. Und glaub mir, ich weiß wie sie ticken. Ich war überall. Überall, sag ich dir! Zumindest in der westlichen Hemisphäre. Heißt doch so, ‚westliche Hemisphäre’?“
„Ja, und? Wie ticken sie?“
„Na, alle verschieden irgendwie. Kompliziert. Und trotzdem einfach. Freude und Tränen halt. Aber alle verschieden. Nur in der DDR war alles DIN-Norm. Ich war ja Kommunist und freiwillig drüben. Alles DIN-Norm. Aber so richtig. Zackzack! Alles war TÜV-geprüft. Nicht nur die Autos. Die Genossen und alle.“
„Allzeit bereit. Immer bereit.“
Er salutiert.
„Und trotzdem war alles Schrott, außer dem Sandmännchen.“
„Ich glaubs Ihnen. Aber die DDR gehörte doch nicht zum Westen!“
„Junge, du warst noch nie in Afrika, ich war überall. Früher hatte ich die Kohle zum reisen. Wenn du aus Afrika kommst, ist die DDR westlich. Basta!“
„Und was ist mit Sozialismus ohne DIN-Norm?“
„Mit menschlichem Antlitz, oder was?“
Er verzieht sein Gesicht zu einer fürchterlichen Grimasse.
„Und wohin mit den vielen unmenschlichen Antlitzen? Nach Sibirien oder wie? Menschliches Antlitz!“
Er spuckt auf den Boden.
„An den Kitsch hat doch selbst der Papst nicht geglaubt. Und der ist ja sonst ein sehr leichtgläubiger Mann!“
„Großartige Idee! Falsche Gattung!“
Er klatscht in die Hände.
„Du sagst es. Auch deswegen hab ich zum Schnaps gegriffen.“
„Heute isses anders.“
„Ja, etwas. Und der Papst hat auch seinen Anteil dran. Rußland ist noch unten, aber das wird. Westdeutschland wird jetzt ostdeutscher und Ostdeutschland westdeutscher. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Abwarten und Tee trinken.“
„Was halten Sie denn von Westdeutschland?“
„Na, hier schnorr ich mich durch! An der Oberfläche ist es überall verschieden, Lippstadt ist am schönsten! Und die Menschen sind auch alle verschieden, vor allem in Hamburg und Berlin: rechts oder links, alternativ oder mainstream. Je nach Geschmack. Aber wenn du drunter schaust, wird’s düster: Dann werden alle ähnlich im Herzen. Deutsch halt, irgendwie. Aber das ist ja logisch. Deutsche sind eben deutsch. Briten sind ja auch britisch. Regt mich nicht mehr so auf wie früher.“
„Na, Moment. Da gibt’s schon noch wichtige Unterschiede. Beim Humor angefangen. Die Deutschen hatten nie ne Monthy-Python-Gang.“
„Ja, stimmt schon. Aber sie ham jetzt immerhin den Harald Schmidt. Und wenn die Deutschen eines Tages noch mal durchdrehen sollten, müssen sie den erstmal mundtot machen. Und der hört doch gar nicht mehr auf zu reden. Bei dem kriegt jeder sein Fett ab! Und so muß es ja auch sein! Eigentlich isses doch vor allem langweilig heute. Todlangweilig.“
„Ja, aber das ist doch nicht nur schlecht? Wenn wir wieder Fackelmärsche sehen wollen, ziehen wir uns halt Wagner oder Schlingensief oder die drei Teile vom ‚Herrn der Ringe’ rein, oder? Meine Oma sagt immer: ‚Der Herr bewahre uns vor dramatischen Zeiten’.“
„Die wird wissen, von was sie redet!“
„Meine Vermutung ist, daß die Großmütter heimlich die Fäden der Weltgeschichte ziehen – aus dem Untergrund. Die Hypothese wird schwer zu widerlegen sein.“
„Na, deine wird jedenfalls viel Geschichte erlebt haben. Es war ja mal anders. Heute ist nur noch die Sprache so. Abstrakt und anstrengend. Ein bißchen wie unsere Dialektik früher. Weniger tief, aber immer noch so hart irgendwie. Die kleben so an den Worten hier, als ob sie magisch wären. Wir ham früher immer von der falschen Welt geredet. Wir meinten aber nicht unseren blauen Planeten – der ja nur von oben so wunderschön ist! – nein, wir meinten den Kapitalismus. Das kannst du heute nicht mehr nachvollziehen.“
„Doch! Doch! Das falsche Ganze. Der Griff der Totalität. Bei den Linken ist halt das Kapital die Wurzel allen Übels!“
Er lacht und singt:
„666 – the number of the beast, hell and fire shall be released.“
Wir schütteln unsere Köpfe.
„Die großen Worte!“
„Genau. Ist doch nur Aufspielerei. Die sind nur neidisch auf die Amis, weil sie geilere Unis haben.“
„Deswegen haben sie auch von Pisa als Zeichen unserer fortschreitenden Amerikanisierung geredet! Ein Glück für die Deutschen, daß Bush manchmal Scheiße labert.“
„Genau! Dann können sie wieder laut tönen.“
„Und die Linken tönen mit.“
„Genau, mir hat immer nur das Hasta La Victoria Siempre gefallen!”
Ich hebe die Faust!
„Nein, nein, ich dachte nur, daß es mir um die Revolution ging. Dabei hat es halt den Genossinnen gefallen. Die mußte man halt irgendwie beeindrucken.“
„Naja, wenn’s funktioniert, ist doch OK.“
„Ja, klar. Probier’s ruhig aus. Ich sag heute oft noch solche spanischen Wörter vor mich hin. Das erinnert mich an schöne, reife Spanierinnen mit langen, schwarzen Zöpfen auf der Tribüne der Stierkampfarena. Und an wehende rote Tücher!“
„Das sind aber auch große Wörter!“
„Ja, aber sanfter, melodiöser. Das ist Stil. Solche Wörter sprech ich dauernd. Wie so’n Mantra. Obwohl ich fast kein Spanisch kann. Das beruhigt mich, so wie andere das Skat beruhigt.“
„Klang fast nach Hemingway. Gleiche Vorlieben habt ihr jedenfalls.“
„Ja, aber der ist Ami oder Kanadier, glaub ich. Englische Wörter sag ich auch oft, mit denen kann man am besten fluchen. Meinem Psychiater hab ich immer ‚Yes, sir!’ geantwortet. Fuck! hab ich dauernd rumgeflucht in seiner Praxis. Aber ärgern konnte ich ihn nicht. Manchmal hat er sogar mitgemacht. War schwer in Ordnung der Doktor. Shit happens!“
„...all the time!“
„Shit happens all the time! Yes, Sir. Viel Spaß hatten wir. Und gute Pillen, die haben mich runtergeholt. Dort hätte ich auch mein Bett haben können und ne Glotze mit Kabelanschluß. Aber wilde Vögel müssen nun mal fliegen. Und da keine ‚Fremd- oder Eigengefährdung’ vorlag – wie die sich ausdrücken dort – haben sie mir alles Gute gewünscht und mich ziehen lassen. Ich kann ja jederzeit wiederkommen!“
Er spreizt die Arme und versucht zu fliegen.
„Kennen Sie Samuel Beckett?“
„Sicher, der Ire. Ein schöner Mann. Warum?“
„Bei ihm hängen die Figuren auch auf der Straße rum. Und irgendwie ham sie auch alle Burnout-Syndrome und Langeweile. Und sie spielen gerne mit schönen Wörtern rum!“
„Und sie warten auf Godot, so wie ich. Ich erinner mich nur noch an die Fahrräder bei Beckett. Alle wollen nur Fahrrad fahren, freihändig und so. Irgendwann gehen aber die schönen Fahrräder alle kaputt. Nicht so schnell wie in der DDR, aber eines Tages, mit Sicherheit.“
„Naja, es gibt ja auch kein Menschenrecht auf heile Fahrräder.“
„Nee, aber die Leute wählen dich, wenn du das glaubhaft versprichst. Dabei gehört das doch zur Schönheit des Fahrrades dazu: Irgendwann ist es Schrott. Wie die Menschen.“
„Der Herr erhält alle, die da fallen. Und er richtet auf alle, die da niedergeschlagen sind.“
Er hält sich seinen fetten Bierbauch vor Lachen.
Ich muß los und stehe auf. Er drückt mir fest die Hand.
„Wenn das mal kein sauberes Schlußwort war. Sieh zu, daß du deinen ICE kriegst.“
Ich geb ihm ein bißchen Kleingeld (zum Versaufen!). Er bedankt sich. Und weil es demütigend ist, zu nehmen ohne zu geben, gibt er mir, was er noch in der Tasche hat: eine Marlboro. Obwohl ich auch in puncto Gesundheit (nicht in puncto Gesundheitssystem) ein Wahlamerikaner bin, lasse ich sie mir gerne von ihm anstecken.
Er zieht seinen Hut und verschwindet im Dunkel.
Es gibt eine alte Übung im Buddhismus. Man soll jedes Lebewesen, dem man begegnet, so betrachten, als sei es bereits erleuchtet. Ich habe nicht gerade einen schwarzen Gürtel in dieser Disziplin, aber manche Lebewesen machen es einem recht einfach.
Und bis jetzt haben sie alle zu meiner eigenen, vermaledeiten Gattung gehört!
Das gibt Hoffnung!
„Whoever is righteous, let him be righteous still.
Whoever is filthy, let him be filthy still.
Listen to the words long written down.
When the man comes around” (Cash)
Unter mir: Ein verdreckter Bahnsteig. Häßliches Graffiti.
Über mir: Lampionmond. Frühlingsnacht.
Trompeten und Engelschöre in der Ferne.
Michael Holmes
Backlash 9/11
Hey ladies, hey fellas and everyone in between,
als die Rauchschwadeb noch nicht verzogen waren, hatte Klaus Theweleit die Männerphantasie, daß Al Qaida am 11. September 2001 in den Doppelphallus WTC flog um Amerika symbolisch zu kastrieren. Liberale haben viel darüber gelacht. Dabei hatte Herr Theweleit keineswegs einfach schlecht geträumt. Bin Laden wollte durchaus die Welt daran erinnern, dass eine Zivilisation, deren wichtigstes Wahrzeichen eine schöne und stolze Frau mit Krone und Freiheitsfackel ist, keine wirkliche Zivilisation, sondern nur eine judäochristliche Täuschung sein kann. Seine Shahid wollten demonstrieren, dass Herr Bush trotz seines imponierenden Militärapparates keine E… hat!
Und auch sie hatten nicht ganz unrecht. Als Bush in London den infantilen Friedenstauben allzu viel Verständnis entgegenbrachte: ‚young people should hate war!’ klang das eher nach einem antiautoritären Familienvater als nach einem Kreuzritter mit schillernder Rüstung und meterlangem Eisenschwert. Immerhin erinnerte er sie noch freundlich daran, dass die Irakis nun wie sie das Demonstrationsrecht genießen. Das dürfte sie dann doch geärgert haben
(die Tatsache ebenso wie die Behauptung!).
Warum erzähle ich, was alle wissen? Weil ich einen schönen Witz loswerden muss. Ich habe ihn bei Bassam Tibi gefunden. Er versichert, dass es nicht nur der beste, sondern auch der bekannteste Witz in der gesamten islamischen Welt ist. Der uninformierte Europäer muss vorher erklärt kriegen, daß in der islamistischen Ideologie ein Mann nur dann wahre Muru’a (Männlichkeit) besitzt, wenn er sich gegen den verweichlichten und ‚verjudeten’ Westen erhebt.
Eine emanzipierte Frau will in Kairo provokativ eine Männertoilette betreten. Der Wächter hindert sie daran mit der Begründung: Nur für Männer!
Unbekümmert setzt sie ihren Weg fort und entgegnet: ‚Gut, dann ist sie ja frei.
Oder ist Bin Laden da drin?’
Der würde meine/r geschlechtsneutralen Freund/in (?) gefallen, der/ die eine Demo gegen die ‚Men’s Only’ - Toilettenapartheid des Spätkapitalismus organisieren wollte.
Aber über rassistische Witze lacht er/ sie trotzdem nicht!
Unser Problem mit dieser Pointe sollte sein, dass sie wie immer eine satirische Zuspitzung ist.
Wenn übermorgen ein glücklicher pakistanischer Polizist unserem selbst ernannten Mr. Arabia eine Kugel durch den Turban jagt (und danach nie wieder arbeiten muß!), wird der Djihadismus das ebenso überleben, wie der sozialistische Totalitarismus Josef Stalin.
Antiliberale sind immer auf der Suche nach charismatischen Führern mit komischen Bärten. Aber der Antiliberalismus erklärt sich nicht aus diesem Charisma. Sonst könnte die CIA mit ein paar gezielten Tyrannenmorden das Problem des Totalitarismus aus der Welt schaffen.
Leider gibt es nach Expertenschätzungen etwa 7 Millionen aktive Kämpfer für das internationale Patriarchat, die in etwa 60 Ländern operieren.
Frau Schwarzer, wann immer sie den Kampf gegen diesen übermächtigen Gegner aufnehmen, werden die Freundinnen und Freunde der offenen Gesellschaft und die heldenhafte New Yorker Feuerwehr wie richtige Frauen und Männer an ihrer Seite stehen. All der Unfug der letzten Jahrzehnte (außer das mit den patriarchalen Tier - KZs!) sei dann vergeben und vergessen.
Emma, don’t worry, Mrs. Rice is behind you!
- Michael Holmes
Da lacht das Patriarchat
Frauen suchen starken Partner
Das Nippeser Forum F hat Insolvenz angemeldet. Das einzige Computerselbstlernzentrum für Frauen in Köln sucht jetzt nach einem männlichen Berater, um die drohende Schließung zu verhindern
Imre Kertész
des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften der Freien Universität Berlin in diesem Jahr ausgerechnet mit Günter Grass teilen muß, aber verdient hat Kertész es allemal (die Ehrendoktorwürde, nicht Grass), und daher sagen auch wir: Herzlichen Glückwunsch!
Allerlei Lager
Zunächst halten wir uns streng an den vorher gründlich durchdachten Sicherheitscodex. Der Ex-Genosse: „Sagt ihr als Liberale doch mal was zu den 40 000 Hungertoten am Tag!“
Wir: „Nun ja, da müßten wir jetzt erst einmal ausführlich über den Mann reden, der die größte Hungerkatastrophe der Menschheitsgeschichte zu verantworten hat. Und dann über seine Wirtschaftsvorstellungen. Nur: ‚In der Wirtschaft sitzt man, aber man redet nicht drüber.’ (Arnett)“
Puh! Erleichterung. Sure shot, cowboy!
Er lacht triumphierend: „Ja, ja, ich dachte, Fakten und Argumente wären auf eurer Seite.“
Wir: „Na schön. Du bekommst drei Tips, und wir bekommen dafür unsere Ruhe. Erstens: Simone de Beauvoir bewunderte den sanften Staatsmann und Poeten, nach dem wir suchen, als einen Mann der großen Gefühle. Zweitens: Augusto Pinochet ist es nicht. Und er kommt auch nicht aus Chicago. Drittens: Du kannst den Namen beim Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen nachschlagen. Bei der Gelegenheit erfährst du übrigens auch, daß Sen sich schwor, sein Leben dem Kampf gegen den Hunger zu widmen, nachdem er als robuster und willensstarker Jugendlicher eine der schrecklichsten Hungerkatastrophen Indiens überlebt hatte. Außerdem erfährst du, daß er sich einen Namen an den besten Universitäten der ehemaligen Kolonialmacht seines Heimatlandes machte. Die klassische Aufsteigerbiografie also. Und du liest, wie er mit seinem OECD-Team die indischen Politiker beriet, als sie (Jahrzehnte später) wieder mit der akuten Drohung einer Hungerkatastrophe konfrontiert wurden. Keine Angst! Es gibt ein Happy End. In jedem Tatort gibt es mehr Leichen. Sen kriegt mehr Leute in Lohn und Brot als Guevara und Mutter Theresa zusammen. Dennoch ist Vorsicht geboten. Obwohl Sen den Marx ebenso gerne wie den Adam Smith zitiert, ist er nicht gerade ein radikaler Antikapitalist. Und er redet äußerst herablassend und unsensibel vom indischen Kastensystem! Mehr wird nicht verraten. Die Lösung schreiben Sie verkehrtherum auf eine Postkarte und schicken sie an das ZK von Attac/Sektion Südliches Afrika. Noch ein großes Berliner bitte!“
Eine Frau am anderen Tischende: „Antideutsche Genossen organisieren jetzt eine Anti-Lager-Tour.“
Denken ist Arbeit. Und am Tag der Arbeit soll man nicht arbeiten. Aber dieser Versuchung können wir nicht widerstehen.
Wir also: „Eine Anti-Was-Tour?“ Wir müssen gestehen, daß wir die letzten Tage zu faul waren, um die Zeitung zu lesen. „Haben wir irgendwie verpaßt, wie der Müntefering-Debatte die ersten praktischen Schritte folgen?“
Sie: „Äh. Nein. Es geht um Abschiebelager!“
Wir: „Ach so! Aber dann sollten unsere tapferen Antirassisten vielleicht das – zugegeben etwas weniger griffige – ‚Abschiebelagertour’ verwenden. Soviel Political Correctness muß dann schon sein.“
Sie: „Political Correctness?“
Wir: „Du weißt schon: Geschichtsrevisionismus und so. Respekt vor den Millionen Ermordeten.“
Sie: „Die französischen und italienischen Genossen benutzen aber auch das deutsche Wort ‚Lager’.“
Wir: „Und ein britischer Genosse von uns sprach mal vom ‚Blitzkrieg against the Falklands!’. Weißt du, ich lese gerade das Schwarzbuch Kommunismus“ (sie legt die Stirn in tiefe Falten) „und assoziiere schreckliche Szenen mit dem Wort Lager. Man darf doch den Gulag nicht nivellieren! Sicher, wenn Schröder sich explizit hinter Münteferings ‚Ausländische Unternehmer fallen wie Heuschrecken über unser Land her’-Gerede stellt, ist das natürlich beängstigend. Nicht nur, weil man so bestimmt keine Arbeitsplätze schafft. Der Bundeskanzler sollte natürlich ganz grundsätzlich – Arbeitsplätze hin oder her – nicht die Sprache von Lenin, Trotzki und Stalin sprechen. Wenn Stoiber von Migranten als Heuschrecken sprechen würde, würden wir ja auch behutsam darauf hinweisen, daß das klingt, als würde Saddam gegen die Kurden mobilisieren. Trotzdem. Auf die feinen Unterschiede ist schon zu achten. Noch gibt es keine Schauprozesse gegen zionistische Imperialisten und plutokratische Volksschädlinge in Berlin. Condi Rice würde Deutschland auch ziemlich anschwärzen bei ihrem Chef.“
Sie: „Ich sehe schon. Ihr haßt alle Kommunisten.“
Wir: „Nein, nein. Auf den Plakaten zum 8. Mai sehen wir Hammer und Sichel mit Freuden. Die einfachen Arbeiter und Bauern, die ihr Vaterland aufrecht verteidigt haben, können schließlich nichts für den Hitler-Stalin-Pakt. Schade finden wir nur, daß auf all den vielen antifaschistischen Plakaten zum Tag der Befreiung zufällig die Fahnen der Westalliierten vergessen wurden. USA- SA-SS darf offenbar nicht mitspielen!“
Schweigen. Der Vorhang fällt.
PS: Wo wir gerade beim Geschichtsrevisionismus sind: Das antideutsche Boulevardblättchen „Jungle World“ beschimpft den Nachfolger von Johannes Paul II., dem Hirten also, der seine Schäfchen immer wieder daran erinnert hat, daß das Christentum die jüngere Schwester des Judentums ist. Nicht verwunderlich. Macht jede Taz. Aber wie nennen die großen Retter der Einmaligkeit von Auschwitz den neuen Papst auf ihrer Titelseite? (Trommelwirbel)
GOTTES WILLIGER VOLLSTRECKER!
Die Kameraden von der Neuheidenfraktion bei der „Jungen Freiheit“ werden sich geärgert haben, als sie morgens am Zeitungskiosk vorbeimarschierten. Da hätten sie selbst draufkommen müssen.
- Michael Holmes
Peace kills!
Achse des Guten klauen. Ein Exiliraker ärgert sich über den neokolonialistischen, eurozentrischen, herablassenden, wohlstands- und menschenrechtsverwöhnten Blick unserer privilegierten Friedensgemeinde, deren Mitläufer das Glück hatten, unter dem Schirm der Pax Americana geboren worden zu sein:"I am sick and tired of pompous students insulting my people by saying they should have been left to rape, torture and murder by Hussein. When are you British going to start listening to us when we say the war was a good thing? When are you going to start believing we deserve a chance at the same luxuries of free speech you have? When are you anti-war people going to start treating us like human beings?"
Achmed, UK (ex Iraq)
We shall overcome!
Unmittelbare Erfahrung sagt manchmal mehr als tausend Theorien: Vor zwei Jahren spaziere ich (M.H.) in der warmen 1. Mainacht durch Kreuzberg, getrieben von Sensationsgier. Aus meinem Kopfhörer dröhnt der aggressive Mackerhiphop von Rage Against The Machine. Eine Zeitlang ergötzen sich meine Augen an den Flammen der Barrikaden und den schnellen, unberechenbaren Bewegungen aufgepeitschter Menschenmassen. Weil ich keinen Ärger will, fliehe ich vor den anrückenden Bullen in eine Seitenstraße. Aber gleich nachdem ich tief Luft geholt habe, beginnt das wirkliche Drama. Nur etwa zwanzig Meter von mir schreit ein völlig vermummter junger Mann eine Frau an. Ich höre nur Fetzen, aber die lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: "Natürlich wolltest du mit mir ficken. Hey, stell dich nicht so an". Weiter möchte ich es nicht ausführen. Meine Erinnerung mag auch von der Aufregung und Angst verzerrt sein. Als der Mann die Frau an den Armen packt und schubst, drehe ich mich um und rufe (ohne darüber nachzudenken, daß ich als Anarchist keine Polizisten und als Antideutscher insbesondere keine deutschen Polizisten leiden kann) etwas dümmlich: "Polizei! Polizei!" Und das zu den Beamten, vor denen ich eine Minute zuvor weggerannt bin.
Tja, die Berliner Polizei ist aber gerade zu beschäftigt, um mich zu hören. Dafür hat mich der Typ gehört. Er dreht sich kurz zu mir um und lacht laut. Dann beginnt er, die Frau anzufassen. Sie versucht, sich etwas zu wehren, ist ihm aber unterlegen. Während ich noch Mut sammle und dafür viel zu lange brauche (ein Freund der offenen Gesellschaft ist nicht immer ein Held der offenen Gesellschaft!) kommt - dem Himmel sei Dank! - ein älteres, konservatives Ehepaar (was machen die hier am 1. Mai zur Geisterstunde in Kreuzberg?!) aus der anderen Richtung um die Ecke gebogen. Der Mann klappt seinen Regenschirm zusammen und fuchtelt wild damit herum. Er ist nicht gerade ein geübter Samurai, aber seine durchdringende, entschlossene Stimme verleiht ihm dennoch die nötige Autorität. Der Bursche nimmt seine Drecksfinger von der Frau. Sie flucht und rennt weg.
Und was will ich damit sagen? Daß alle Kommunisten potentielle Vergewaltiger sind? Daß nur der Staat Gewalt ausüben darf?
Weder noch. Kommunisten haben die schlimmsten Verbrechen im Namen hoher Ideale begangen, nicht um sich zu bereichern oder ihre Lust mit Gewalt zu befriedigen (was sie natürlich oft genug auch taten!).
Die größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts wurden von gewaltigen Staatsapparaten und meist auch im Namen der Nation verübt. Der militante Widerstand dagegen war und ist oft legitim. Wir sähen gerne Aufstände im Iran, in Nordkorea, in Myanmar oder Simbabwe. Aber es muß einfach mal gesagt werden: In einem liberalen Rechtsstaat wie der Bundesrepublik hat (bis auf seltene, sehr konkret zu diskutierende Ausnahmen) politischer Protest (und sei er noch so gerechtfertigt) gewaltlos zu bleiben. Gewalt birgt immer die Gefahr der Eskalation und des Exzesses. Und das hat jeder aufgeklärte Mensch auch zu wissen.
Auf das Widerstandsrecht darf man sich erst berufen, wenn grundlegende Rechte massiv verletzt werden. Das ist in Westeuropa fast nie der Fall. Und es ist eine dreiste Lüge, daß es politische Gefangene gäbe. Kein Kommunist oder Anarchist sitzt im Knast, weil er Kommunist oder Anarchist ist, sondern weil er Straftaten begangen hat. Im Einzelfall kann man und muß man darüber diskutieren, ob die Strafen zu hart sind oder ob der Prozeß wirklich fair war. Und auch linke Rechtsorganisationen wie die Rote Hilfe können hier manchmal wichtige Menschenrechtsarbeit machen. So weit so gut.
Westliche Linke sollten aufhören, sich arrogant aufzuspielen, in dem sie ihren 'Widerstand' in einem Atemzug mit dem lebensgefährlichen (tatsächlichen) Widerstand unterdrückter Menschen in Diktaturen oder antifaschistischer Partisanen im Zweiten Weltkrieg nennen. Ihr solltet dankbar sein, daß Euer Heroismus von der Geschichte nicht ernsthaft auf die Probe gestellt wird.
Gewalt muß kontrolliert werden. Immer und überall. Egal wie edel das Ziel sein mag, die Mittel müssen angemessen und rechtfertigbar sein. Das gilt für Staaten: Hiroshima bleibt ein unentschuldbares Verbrechen, und der Krieg gegen das klerikalfaschistische Japan bleibt dennoch legitim.
Und das gilt für linke Bewegungen. Gegen die Massaker in My Lai zu demonstrieren, war nicht nur in Ordnung, sondern Pflicht. Und da durfte ruhig auch mal ein Stein fliegen. (You don't need a weatherman, to know which way the wind blows!) Wer aber die Parole des Totalitaristen Guevara "Schafft zwei, drei, viele Vietnam" skandierte, der wollte Schlimmeres als president Nixon.
Laßt den Blödsinn. Übt kluge Kritik an deutscher Ideologie (und in einem Nebensatz getrost auch mal an Guantanomo Bay) und tragt sie auf die Straße - und vergeßt die blau-weiße Fahne nicht! Aber schmeißt keine Steine auf die Polizisten der ersten wirklich stabilen liberalen Demokratie auf deutschem Boden. Sie sind es, die mit der Maschinenpistole Tag und Nacht vor den Synagogen auf und ab laufen, um sie vor deutschen oder arabischen Antisemiten zu schützen. Militant!, wenn Ihr das Wort so gerne hört.
We have a Dream: Auf dem Kreuzberger Myfest stoßen Punks mit deutschen Polizisten und Feministinnen mit dem türkischen Macho von Nebenan auf die offene Gesellschaft in Berlin und den kurdischen Präsidenten der noch jungen Republik Irak an.
Keine rechtsfreien Räume in Kreuzberg!
PS: Und weil wir gerade in versöhnungstrunkener Hippiestimmung sind: Unsere Ex-Genossen, die über die politischen Auseinandersetzungen die alten Freundschaften vergessen (und einen schon mal als Faschisten beschimpfen), möchten wir an Bob Dylans Aufruf zur Entpolitisierung der privaten Beziehungen erinnern. In unseren postmodernen Genderkillerzeiten dürfen sich auch eher maskulin geprägte Menschen durch das kindliche 'Babe' angesprochen fühlen.
Singt alle mit!
I ain't lookin' to compete with you,
Beat or cheat or mistreat you,
Simplify you, classify you,
Deny, defy or crucify you.
All I really want to do
Is, baby, be friends with you.
No, and I ain't lookin' to fight with you,
Frighten you or uptighten you,
Drag you down or drain you down,
Chain you down or bring you down.
All I really want to do
Is, baby, be friends with you.
I ain't lookin' to block you up
Shock or knock or lock you up,
Analyze you, categorize you,
Finalize you or advertise you.
All I really want to do
Is, baby, be friends with you.
I don't want to straight-face you,
Race or chase you, track or trace you,
Or disgrace you or displace you,
Or define you or confine you.
All I really want to do
Is, baby, be friends with you.
I don't want to meet your kin,
Make you spin or do you in,
Or select you or dissect you,
Or inspect you or reject you.
All I really want to do
Is, baby, be friends with you.
I don't want to fake you out,
Take or shake or forsake you out,
I ain't lookin' for you to feel like me,
See like me or be like me.
All I really want to do
Is, baby, be friends with you.